Semuliki National Park

Der 220 km² große Semuliki National Park liegt im isolierten Bundibugyo Distrikt, jenseits der Rwenzori Mountains auf der Sohle des Semliki Abschnitts des Albertine Rift Valley. Dieser größtenteils bewaldete Park stellt den östlichsten Ausläufer des großen Ituri Waldes aus dem Kongo-Becken dar und beheimatet zahlreiche Spezies, die eher Zentral- als Ostafrika zugeordnet werden. Strohgedeckte Hütten stehen im Schatten von westafrikanischen Ölpalmen, der Semliki-Fluß (der die Staatsgrenze markiert) ist eine Miniaturversion des Kongo-Flusses und die lokale Bevölkerung schließt eine aus dem Ituri stammende Batwa- (Pygmäen) Gemeinschaft ein. Als Folge bietet ein Besuch in Semuliki eine Kostprobe von Zentralafrika nur ein paar Fahrstunden von den Annehmlichkeiten Kampalas entfernt.

Semuliki ist einer der artenreichsten Wälder Afrikas und besonders bekannt für seine vielfältige Vogelpopulation. Die Artenvielfalt ist noch gesteigert durch sein hohes Alter, denn er ist einer der ältesten Wälder Afrikas überhaupt. Durch die trockenen Bedingungen während der letzten Eiszeit vor 12 - 8.000 Jahren, gingen die meisten afrikanischen Wälder zurück oder verschwanden ganz. Nur ein paar Flecken wie Semuliki und Bwindi überlebten und boten den Waldbewohnern Zuflucht während der ariden Apokalypse, bis sie schließlich wieder hervorkommen, und eine bessere, nassere Welt neu besiedeln konnten. Heute ist das Semuliki-Tal ein Treibhaus für den Pflanzenbewuchs mit Temperaturen, die bis zu schwülen 30 °C ansteigen, begossen von 1250 mm Regen jährlich, hauptsächlich zwischen März und Mai sowie September bis Dezember.

Während Semulikis Tier- und Pflanzenwelt sich seit über 25.000 Jahren entwickelt, enthält der Park auch Belege für noch ältere Prozesse. Heiße Quellen sprudeln aus den Tiefen unter Sempaya und veranschaulichen die gewaltigen unterirdischen Kräfte, die das Rift Valley während der vergangenen 14 Milllionen Jahre geformt haben. Der tiefgelegene Park erstreckt sich auf der sinkenden Sohle des Rift Valley, größtenteils nur 670 m über dem Meeresspiegel. Große Gebiete können während der Regenzeiten überfluten; kurze Erinnerungen an die Zeit, als das gesamte Tal für 7 Millionen Jahre auf dem Grund eines Sees lag.

Das Semuliki Forest Reserve wurde 1932 geschaffen, als die Walddörfer als eine Maßnahme zur Kontrolle von Schlafkrankheit und Gelbfieber evakuiert wurden. Das Forest Reserve wurde 1993 in einen Nationalpark-Status erhoben.

Flora und Fauna

Eingestuft als feuchter, halbimmergrüner Wald ist Semuliki das einzige Gebiet mit echtem Tiefland-Regenwald in Ostafrika. Das Zentrum des Waldes wird dominiert von Cynometra (Eisenholz), aber die Ränder sind reizvoll abwechslungsreich, mit sumpfigem Auenwald entlang des Semliki-Flusses und wunderschönem Mischwald um Sempaya herum.

Als Ausstrahlungseffekt des Ituri-Waldes aus dem Kongo-Becken gedeihen in Semuliki 336 Baumarten und leben hier eine außergewöhnliche Vielzahl von Säugetieren, Vögeln und Schmetterlingen. Dies ist dem hohen Alter des Waldes, seiner Übergangsstellung zwischen Zentral- und Ostafrika sowie der Verschiedenheit der Lebensräume, insbesondere Wald, Sumpf und Baumsavanne zuzuschreiben.

Die Vogelwelt ist mit 441 erfassten Arten, das sind 40 % aller 1007 in Uganda vorkommenden Vögel, besonders spektakulär. 216 Arten sind Waldbewohner – 66 % aller im Land heimischen Waldvögel. Die Liste wird erweitert durch das Flussbiotop und einen Bezirk mit Grasland im Osten des Parks. Es gibt zahlreiche Raritäten. 46 Arten des Guinea-Kongo Bioms kommen nirgends sonst in Ostafrika vor, während weitere 35 nur an 2-3 anderen Stellen in Uganda zu sehen sind. Fünf Arten sind für das Ökosystem des Albertine Rift Valley endemisch.

Der Wald beheimatet 53 verschiedene Säugetiere, wovon 27 zu den größeren Säugetieren, so groß wie Ducker und darüber, zählen. Etliche sind zentralafrikanische Arten, die sonst nirgends in Ostafrika vorkommen. Waldelefant und -büffel sind kleinere Varianten ihrer die Savanne bevölkernden Verwandten. Im Semliki-Fluss leben Flusspferde und Krokodile, der Wald ist bemerkenswert primatenreich. Vorhanden sind Schimpanse, Guereza, Sansibar-Stummelaffe und Diademmeerkatze sowie Rotschwanz-Weißnasenmeerkatze, Brazza-Meerkatze, Grüne Meerkatze, Grauwangen-Mangabe, Pavian und Dent's Mona Affe. An nachtaktiven Primaten sind Potto und Senegal-Galago zu nennen.

Sempaya Hot Springs

Die heißen Quellen bei Sempaya sind Semulikis bekannteste Attraktion. Die beiden Hauptquellen befinden sich auf einer üppig bewachsenen sumpfigen Lichtung im südöstlichen Zipfel des Waldes. Die äußere Quelle liegt nur ein paar Gehminuten vom Sempaya-Parkbüro entfernt. Sie wird beherrscht von einem siedenden Geysir (103 °C), der bis zu 2 m hoch aufspritzt. Er entspringt einem weißen Sockel aus ausgefällten Mineralien vom Aussehen einer puderzuckeüberzogenen Torte. Wasser sprudelt auch in kleinen Becken, in denen Eier gekocht werden können. Die weiter entferntere innere Quelle erreicht man nach einer 30-minütigen Wanderung durch einen hübschen Palmenwald, bevor man den Sumpf auf einem Steg überquert. Diese Quelle ist ein weiter dampfender Pool mit ca. 10 m im Durchmesser.

Quelle: Uganda Wildlife Authority