Kibale National Park

Der 795 km² große Kibale National Park umfaßt eines der lieblichsten und abwechlungsreichsten Gebiete tropischen Regenwalds in Uganda. Er beheimatet eine Unzahl von Waldtieren und ist berühmt für 13 Primatenarten inklusive Schimpansen. Im nördlichen und zentralen Teil des Parks, auf dem Fort Portal Hochplateau, herrscht dichter Waldbewuchs vor. Das höchstgelegene Gebiet Kibales ist die nördliche Spitze mit 1590 Metern über Meereshöhe. Nord-Kibale ist auch die feuchteste Gegend. Bis zu 1700 mm Regen fallen im Jahresmittel, hauptsächlich in den Monaten März bis Mai und September bis November. Das Klima ist allgemein angenehm mit einem Jahrsdurchschnittsbereich von 14 – 27 °C. Im Süden, wo das Terrain auf die heiße Talsohle des ostafrikanischen Grabenbruchs abfällt, sind die Temperaturen am höchsten (und die Regenmenge geringer). Dort macht der Wald Platz für offenes Grasland.

Süd-Kibale grenzt an den Queen Elizabeth National Park an und zusammen bilden diese beiden Schutzgebiete einen 180 km langen Migrationskorridor für Wildtiere, der sich von Ishasha, dem entlegenen südlichen Sektor des Queen Elizabeth National Park, bis zum Sebitoli Forest im Norden von Kibale hinzieht.

Für Entdeckungstouren ist die Kibale-Fort Portal Region einer der lohnendsten Landstriche Ugandas. Der Park liegt nahe zur ruhigen Ndali-Kasenda Krater Zone und nicht mehr als eine halbe Tagesreise vom Queen Elizabeth, Rwenzori Mountains und Semuliki National Park sowie vom Toro-Semliki Wildlife Reserve entfernt.

Flora und Fauna

Kibales unterschiedliche Höhenlagen begünstigen verschiedene Lebensräume: Angefangen bei feuchtem tropischen Regenwald (immergrüner Feuchtwald) auf dem Fort Portal Plateau, über trockenen tropischen Wald (halbimmergrüner Feuchtwald) bis zu Baumsavanne und Trockensavanne auf der Talsohle des Grabenbruchs.

Um Kanyanchu, im zentralen Teil des Waldes, beherbergt der Hochwald eine Mischung aus laubwechselnden und immergrünen Bäumen wobei die immergrünen Arten vorherrschen. Die Bäume ragen bis zu 55 m auf und bilden ein halbgeschlossenes Laubdach aus gestaffelten Baumkronen. Schattenliebende Kräuter und Büsche, diverse Farnarten und breitblättrige Waldgräser bilden ein spärliches Unterholz. 351 Baumarten wurden im Park registriert.

Die Artenvielfalt und Tierdichte an Primaten ist die höchste in ganz Afrika. Die bekanntesten Vertreter der 13 vorkommenden Arten sind die Schimpansen, unsere nächsten Verwandten. Die 1450 Schimpansen in Kibale repräsentieren Ugandas größte Population dieser bedrohten Menschenaffen. Kibale ist auch Heimat der seltenen Vollbartmeerkatze und Ostafrikas größtem Bestand des gefährdeten Stummelaffen. Weitere Primaten schließen Guereza, Diademmeerkatze, Grauwangen-Mangabe, Rotschwanz-Weißnasenmeerkatze, Pavian, Senegal-Galago und Potto ein.

Auch andere Säugetiere kommen vor, sind jedoch selten anzutreffen, u.a. Waldelefant, Büffel, Leopard, Buschschwein und Ducker. Ein scharfer Beobachter kann außerdem Reptilien und Amphibien sowie eine farbenfrohe Vielfalt von Schmetterlingen entdecken.

Der Park hat 325 Vogelarten vorzuweisen, davon sind sechs endemisch für die Albertine Rift Region; namentlich Kappenfeinsänger, Ruwenzorinektarvogel, Ruwenzorifeinsänger, Jacksonastrilid, Purpurbauch-Nektarvogel und Braunwangen-Laubsänger. Weitere Kibale-Spezialitäten beinhalten Angolapitta, Grünbrustpitta, Purpurspint, Westnikator, Goldbürzel-Bartvogel, Grünbülbül, Kamerundrossel, Braunbrustalethe, Zügelliest, Orangedrossel und Kronenadler.

Quelle: Uganda Wildlife Authority